Fertig!
Am folgenden Freitag bin ich zum letzten Mal ins Labor, um noch zwei Messungen zu machen und alle wichtigen Daten zu kopieren. Immerhin muss ich ja noch diesen unseligen Bericht hier in Deutschland schreiben... Aber naja, hier seht ihr mal meinen (nun aufgeräumten) Arbeitsplatz, chick, gell?
Abends sind wir dann nach Kawagoe gefahren, um mit meiner Gastfamilie zu Essen. Leider waren sowohl Sebastian (Bruder, kennt ihr glaube ich alle) als auch meine Mutter gesundheitlich angeschlagen, so dass ein Großteil des leckeren Essens liegen blieb (die Beiden haben sich auch gehörig geschämt). Immerhin ging's am nächsten Tag wieder, so dass wir uns Kamakura anschauen und im Pazifik baden konnten. Doch kaum hatten Sebastian und ich das Wasser betreten, wurden wir von einer Feuerqualle (oder sowas) gestreift... das war kein Spaß. Dann fing es auch noch an zu regnen, so dass der Plan, auf dem Rückweg etwas essen zu gehen verschoben wurde.
Dafür hatten wir dann Sonntag wieder richtig gutes Wetter, legere 36 Grad mit ungefähr 100% Luftfeuchtigkeit... ich hatte ständig Angst, auf der Stelle zu ertrinken! Wir sind aber trotzdem zum Kaiserpalast gefahren, und anschließend nach Akihabara. Abends habe ich mich von Yuki überreden lassen, mit auf das Sumidagawa Hanabi (Feuerwerk in Asakusa) zu kommen, dem ältesten und damit berühmtesten in Japan. Entsprechend viele Leute waren zu erwarten, es kommen jährlich über eine Million... und Asakusa ist jetzt nicht soo groß.
Tja, und es wurde tatsächlich ziemlich eng. Wir hatten keine Chance, an einen Ort zu gelangen, von wo aus man wirklich was gesehen hätte... so blieb uns nichts anderes übrig, als durch die Bäume zu spähen und hin und wieder mal eine Rakete zu erspähen.
War aber trotzdem ganz witzig, ich habe zufällig Mathieu und Lisa getroffen. Das muss man sich mal vorstellen, in Tokyo trifft man zufällig mal jemanden, den man kennt! Undenkbar!
Dann habe ich auch noch einige neue japanische Studenten kennen gelernt, die mich zum besseren spähen durch die Bäume auf ihre Decke einluden. Dann wurde mir gleich mal Nihonshu (so 'ne Art japanischer Brantwein, ziemlich grobes Zeug) eingeschenkt, und mein Bruder (von einem Mädchen) gefragt, ob er Japanerinnen oder Deutsche besser fände (er ist 11). Die Gründe, warum ich nicht gefragt wurde, muss sich jetzt jeder selbst überlegen... aber offensichtlich ist mein 11 jähriger Bruder attraktiver als ich, das gibt mir zu denken.
Auf dem Rückweg habe ich noch ein bisschen Massen fotografiert und mich mit Yuki aufnehmen lassen:
Ach ja, habe ich erwähnt, dass ich meinen Yukata getragen habe? Nein...? Ach so... jedenfalls ist es nicht unüblich, dass zu Feuerwerken im Sommer traditionelle Kleidung getragen wird. Jedenfalls von den Mädchen. Wenn ein Junge einen Yukata anhat, ist er meistens Ausländer... :P
Montag war dann packen angesagt, weil wir Dienstag zu unserem Kansai-Trip aufgebrochen sind. Erste Station war Kyoto, wo wir in einem schicken Ryokan (japanische Herberge) Ùbernachtet haben. Wir haben ein bisschen Standartprogramm erledigt, Kyomizudera und so, davon jetzt mal keine Fotos, kennt ihr ja schon.
Am Dienstag sind wir dann aber zum Koya-San, dass ist ein Plateau auf etwa 1000 Meter Höhe, auf dem über 150 Tempel liegen. In etwa 50 davon kann man Shukubo machen, "Temple Lodging". Das ist zwar sehr teuer, aber auch sehr geil traditionell. Man schläft in chicken Washitsus, japanischen Zimmern, und wird von jungen, sich in der Ausbildung befindlichen Mönchen (aka Novizen) zum Essen bedient. Und das Essen... lecker. Sehet und staunet:
Nachmittags sind wir noch einen riesigen Friedhof anschauen gegangen und den dazugehörigen Tempel. Da habe ich mir auch endlich original japanische Buddha-Räucherstäbchen "organisiert". Mein Problem war, dass man die in Läden nicht kaufen konnte, die in den Tempeln rochen immer anders. Also habe ich da heimlich 1000 Yen gespendet und mich mit 200 Stäbchen oder so eingedeckt... schaut:
Abends sind Sebastian und ich dann noch im Tempeleigenen Ofuro (Bad) gewesen, natürlich im Yukata und Getas (die japanischen Holzschlappen, ungefähr wie Flip-Flops, nur gröber). Sebastian hat eine so gute Figur gemacht, dass ich das Foto hochlade:
Meine Mutter wollte erst nicht, aber nachdem mein Bruder vorschwärmte, wie geil die japanischen Bäder seien (meine Rede) ließ sie sich überreden:
Am nächsten Morgen haben meine Mutter und ich an dem Morgengebet im Tempel teilgenommen... die gehen ja ganz schön ab mit ihrem Singsang da. Meine Beine sind eingeschlafen - äh, war aber trozdem interessant, vor allem das Feuergebet, wo der Mönch aus kleinen Holzscheiten einen riesen Scheiterhaufen produzierte, eine riesen Stichflamme entflammte und dann diverse (20) verschiedene Weihrauchsorten und Kräuter ins Feuer warf.
Nach dem (wieder sehr leckeren) Frühstück (fragt mal meinen Bruder...) habe ich noch ein Bild aus unserem Fenster gemacht, dann sind wir zurück nach Kyoto, wo wir den zweiten Teil des Pflichtprogramms hinter uns gebracht haben (Kinkakji, der goldene Pavillion, wo immer Heerscharen von Touristen lagern...).
Abends mussten wir dann, um Sebastian vor dem Hungertod zu bewahren, zu MacDonalds. Ergebnis:
Bääääääh!
Am Donnerstag war dann nochmal hardcore-Programm angesagt. Erst nach Himeji, ein kleiner Ort an der Küste hinter Osaka, in dem das bekannteste Schloss Japans liegt. Leider war das Wetter scheiße, man sieht es auf den Fotos:
anzuschauen. Ganz schön beklemmend, da zu stehen, wo einst die Atombome fiel...
Dann noch in das zugehörige Museum, dann war der Tag schon um... Gott sei Dank gibt es den Shinkansen,
sonst hätten wir das nie geschafft (hier der "Hikari Rail Star") :-)
Tja, und dann war auch schon Samstag und wir sind wieder zurück nach Tokyo, wo ich mein Zimmer abgegeben habe. Von dort ins Hotel und dann direkt zum Itabashi Hanabi (Itabashi Feuerwerk). Diesmal war ja feuerwerksmäßig alles von mir organisiert, deshalb sind wir auch schön pünktlich gekommen und haben einen relativen super-Platz gefunden. Wir haben uns dann mit Dango und Yakisoba (das sogar Sebastian schmeckte) gemütlich niedergelassen und gewartet:
Das Feuerwerk hat meinen Erwartungen entsprochen, mit dem Abstrich, dass wir ein bisschen weit weg saßen. Beim letzten Mal, im Herbst 2006, saß ich ja direkt drunter, das war noch ein bisschen... Aber ich will nicht meckern, mit den deutschen Funzeldingern da konnte es sich mal locker messen. Geschlagene 2 Stunden wurden Tonnen von Raketen in den Himmel gefeuert, insbesondere gegen Ende war mal wieder der ganze Himmel erleuchtet. Besonders begeistert waren mein Bruder und ich von der so genannten "Supernova" ganz am Schluss, an der ich fast erblindet bin. Man spreche mich bei Gelegenheit mal darauf an und schaue sich das von mir aufgenommene Video an - und erstarre in Ehrfurcht!
War auf jeden Fall ein würdiger Abschluss meiner 11 Japanmonate, die euch hoffentlich genauso viel Spass gemacht haben wie mir (weil ihr immer so tolle Blogeinträge lesen konntet, bzw. die euch noch viel Spass machen werden, weil ich ja jetzt noch lockerer geworden bin als vorher
Danke!

1 Comments:
schnüff...
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